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Was ist besser: Solarstrom einspeisen oder nicht?

Maede GmbH
2025-10-19 10:22:00 / Photovoltaik Tipps und Hilfe / Kommentare 0

Solarstrom einspeisen oder selbst verbrauchen?

Als Betreiber einer Photovoltaik-(PV-)Anlage stehen dir grundsätzlich drei Optionen offen:

  • Strom komplett ins Netz einspeisen
  • Strom komplett selbst verbrauchen
  • Eine Kombination aus Eigenverbrauch und Einspeisung

Welche Variante wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab (Strompreise, Einspeisevergütung, Jahresbedarf, Speicher etc.). Im Folgenden findest du eine strukturierte Betrachtung — plus Beispielrechnung und ein FAQ zur schnellen Orientierung.

Solarstrom einspeisen 2025

Wenn du deine PV-Anlage am Netzbetrieb betreibst, kannst du erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen — und dafür eine Vergütung erhalten. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt ab von:

  • dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme
  • der Anlagenleistung (in kWp)
  • der Form der Einspeisung: Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung/Teileinspeisung

Seit dem 1. August 2025 gelten folgende Sätze für Anlagen unter 10 kWp:

  1. Volleinspeisung: 12,47 ct/kWh (ADAC)
  2. Teileinspeisung (Überschuss): 7,86ct/kWh (ADAC)

Für Anlagen über 10 kWp gelten niedrigere und gestaffelte Vergüstungssätze.

Zudem unterliegt die Einspeisevergütung aller 6 Monate, also halbjährlich, einer Degression (Verminderung / Reduzierung) um 1%. 

Welche Formen der Einspeisung gibt es?

Eine Form der Einspeisung ist die Volleinspeisung. Bei der Volleinspeisung werden 100% des erzeugten Solarstroms ins Netz geleitet (eingespeist).

Bei einer Teileinspeisung auch als Überschusseinspeisung bezeichnet, wird nur der überschüssige Strom nach Verbrauch eingespeist.

Der Gegenpart zur Volleinspeisung bezeichnet man als Nulleinspeisung. Bei der Nulleinspeisung wird gar kein Solarstrom eingespeist, sondern die erzeugten kWh komplett selbst verbraucht. In der Praxis funktioniert das mit einem Energiespeichersystem.

Tipp: Victron kompatible und zertifizierte Energiespeichersysteme (ESS) zum Nachrüsten der PV-Anlage gibt es hier: Energiespeichersysteme

Warum funktioniert Einspeisung?

Damit die Einspeisung von Strom möglich ist, braucht es eine netzgekoppelte (On-Grid) Pv-Anlage. Der Netzanschluss zum Stromeinspeisen ist erforderlich, weil es die Verbindung zum öffentlichen Stromnetz herstellt, wohin du den Strom einspeisen willst. Deshalb funktioniert Stromeinspeisen bei Off-Grind Anlagen nicht. Off-Grid PV-Anlagen sind autarke Systeme ohne Verbindung zum öffentlichen Stromnetz.  

Außerdem müssen einspeisende Solaranlagen bei der Bundesnetzagentur und dem örtlichen Strombetreiber gemeldet und registriert sein, damit der Einspeiseprozess rechtlich und technisch sauber funktioniert. Besonders wichtig ist das, bei einer Störung im Netz, da sonst deine PV-Anlage Schaden tragen kann.

Ist Solarstrom selbst verbrauchen (Eigenverbrauch) sinnvoller?

Kurzum: Ja, in den meisten Fällen ist es wirtschaftlich sinnvoller Solarstrom selbst zu verbrauchen statt einzuspeisen.

Der Kern des Eigenverbrauchs ist, dass du den erzeugten Strom direkt im Haushalt für Licht, Geräte oder die Heizung verwendest oder auf gespeicherten Strom aus deinem Solarspeicher zurückgreifst. Wie viel Eigenverbrauch du erreichst, kann variieren:

  • Ohne Stromspeicher liegt der durchschnittliche Eigenverbrauch von einer PV-Anlage zwischen 25-30%
  • Mit integriertem Energeispeichersystem liegt der Eigenverbrauch deutlich höher zwischen 60-80%. -> So funktioniert ein Energiespeichersystem: Video ansehen

Ein hoher Eigenverbrauch lohnt sich, weil teure Netzstrombezugkosten reduziert werden und die Investition Solaranlage effektiver genutzt werden kann. 

Bitte beachten! Autarkiegrad ≠ Eigenverbrauch. Nur weil dein Eigenverbrauch hoch ist, muss es der Autarkiegrad nicht automatisch auch sein. Denn mit dem Autarkiegrad wird beschrieben, wie viel von deinem gesamten Strombedarf ohne Netzleistung gedeckt werden kann. Der Eigenverbrauch hingegen beschreibt nur, wie viel Solarstrom du selbst nutzt. Das ist wirchtig zu wissen, da unseriöse Onlineshop gern damit werben der Autarkiegrad steigt enorm mit einem Speicher.

Einspeisen vs. selbst verbrauchen - was bringt jetzt mehr?!

Früher zu Beginn der privaten Photovoltaikanlagen war es üblich, so viel Strom wie möglich einzuspeisen. Die Einspeisevergütung war deutlich höher und die Strompreise niedriger. Heute ist das anders. Die Strompreise sind gestiegen und die Einspeisevergütung gesunken. Wer heute die gleiche Menge Strom aus dem Netz bezieht und eigenen Strom einspeist, zahlt unter dem Strich deutlich höhere Stromkosten für eine deutlich geringere Vergütung im Vergleich.

Deshalb sollte so viel Strom wie möglich und wirtschaftlich sinnvoll (Kosten Energiespeichersystem) selbst verbraucht werden.

Hier haben wir für dich eine kurze Beispielrechnung:

  • PV-Anlage mit 10 kWp (= jährliche Stromproduktion ca. 10.000 kWh)
  • Eigenverbrauch: 60% (6000 kWh eigener Verbrauch)
  • Einspeisung ins Netz: 4.000 kWh bei einer Vergütung von 7,86ct/kWh
  • Nettopreis Strom: 35ct/kWh

Einnahmen durch Einspeisung: 4.000 kWh × 0,0786 €/kWh = 314,40 €

Ersparte Kosten durch Eigenverbrauch: 6.000 kWh × 0,35 €/kWh = 2.100 €

Gesamtnutzen (ohne Investitionskosten): 2.100 € + 314,40 € = 2.414,40 €

Zusammenfassung Einspeisen oder Eigenverbrauch

In der heutigen Zeit mit hohen Stromkosten und einer geringen Vergütung für die Einspeisung von Strom, sollte definitiv eher auf den Eigenverbrauch des kostenlos produzierten Solarstroms gesetzt werden. Damit erhöht sich leicht die Autarkie vom Netz, Stromkosten werden gespart und man setzt auf zukunftssichere Energie auch bei einem Stromausfall im Netz. Dabei gilt es immer auf die Wirtschaftlichkeit und die korrekte Planung der eigenen Anlage und des Energiespeichersystems zu achten. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du dich gern an unseren Kundenservice wenden. 

Wichtige Fragen zum Einspeisen und Eigenverbrauch:

Kann ich ohne Einspeisung überhaupt eine Vergütung erhalten? 
Nein - eine Vergütung gibt es nur für eingespeisten Strom. Wer keinen Solarstrom einspeist, bekommt auch keine Einspeisevergütung.

Was passiert, wenn beim Börsenpreis Strom negativ ist?
Für Neuanlagen mit intelligentem Messsystem besteht die Möglichkeit, dass in Zeiten negativer Stromspeise keine Einspeisevergütung gezahlt wird. 

Lohnt sich ein Solarspeicher (Stromspeicher, ESS)?
Ja - ein Solarspeicher kann helfen den Eigenverbrauch deutlich zu steigern und so dei Stromkosten zu minimieren. Dafür muss der Stromspeicher bedarfsgerecht dimensioniert werden, um die Investitionskosten auch lohnenswert zu gestalten.

Kann ich 100% Eigenverbrauch erreichen?
Mit den üblichen On-Grid Systemen sind 100% Eigenverbrauch in der Regel nicht dauerhaft das Ziel wegen fehlender Wirtschaftlichkeit. Wenn du eine Inselanlage hast, dann sind 100% Eigenverbrauch standard.

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